Essenz des Yoga

sukadev-laecheln-buehne-3-768x1024-225x300Meister, die in den Westen kommen, sind auch unterschiedlicher Meinung. Es gibt auch solche, die sagen durchaus zum Yoga gehört der ganze Bhaktiaspekt in konkreter Form wie Mantrasingen, Pujarituale usw. dazu. Manche gehen dann noch ein erhebliches Stück weiter, als wir das hier tun und andere sagen, das ist jetzt nicht essentiell. Essentiell im Yoga ist sicherlich, wenn wir arbeiten an unserem eigenen Bewusstsein, dass wir eine Transformation des Bewusstseins erreichen wollen, dass wir zur Selbstverwirklichung kommen wollen.

Wo hört ihr so viel über Selbstverwirklichung, nicht im Radio, nicht im Fernsehen und von euren meisten Bekannten auch nicht, also müssen wir es hier vermehrt machen. Das gehört sicherlich zum Yoga dazu, ohne das gibt es kein Yoga, ansonsten hat es mit dem eigentlichen Yoga nichts zu tun, da sind sich alle durchaus einig. Aber es gibt manche, die sagen Mantras gehört nicht unbedingt dazu, die Theorie von Reinkarnation und Karma gehört auch nicht unbedingt dazu, Vedanta Philosophie im engeren Sinne gehört auch nicht unbedingt dazu, aber es geht darum, dass der Mensch an sich selbst arbeitet, seinen Geist unter Kontrolle bekommt und die Grenzen von Körper und Geist transzendiert. So kann man unterschiedlicher Meinung sein. Auch für euch selbst, für euer praktisches Leben, könnt ihr schauen, was diese Sache ist.

Essenz des Yogas: Wie kann ich das in die Praxis umsetzen? An welche Verhaltensregeln letztlich will ich mich halten? Welche Art des Lebens will ich führen, um meine konkrete Smriti und diese Sruti, die ewige Wahrheit, in mein Leben hineinzubringen.?

Auf die Puranas und die Ittihasas will ich nicht zu sehr drauf eingehen, das sind dann die großen Werke, erzählerischen Werke, Dichterwerke, Epen, Geschichten von Göttern und Helden, wo man versucht, die ewige Wahrheit in Geschichtenform hineinzubringen, in Mythen hineinzubringen, sodass das sogenannte einfache Volk, das nicht zwölf Jahre die Veden studiert hat – solange heißt es, dass man braucht, bis man die Veden versteht –, dass die auch die ewigen Wahrheiten verstehen in ihrem Alltag. Die bekannteste der Itihasas sind die Ramanaya und die Mahabharata. Und in der Mahabharata ist natürlich jetzt eine Schrift, die für Yoga besonders wichtig ist oder ein Teil der Mahabharata, nennt sich? Bhagavad Gita.

Das sind alles klassische Schriften, sehr alte Schriften. Dann gibt es noch zwei Schriften, Veden und Smriti, die später geschrieben wurden und auch für das Yoga eine Bedeutung haben Das noch zu diesen Puranas und Itihasas. Wenn wir uns ein bisschen in die alte indische Kultur hineinversetzen, da gab es weder künstliches Licht noch gab es Fernsehen und Radio auch nicht. Die Menschen haben dann Unterhaltung gesucht und gefunden in Form von Geschichtenerzählern. Und da gab es solche, zum Teil gab es sie in den Dörfern , die dort gelebt haben, die Dorfweisen, die Dorfheiligen, die haben dann die Geschichten abends, wenn die Arbeit getan war erzählt, sie haben sich dann  hingesetzt und haben z.B. Ramayana und Mahabharata) die Itihasas gelesen. Die Mahabharata ist ja riesenlang, die ist wie eine Fortsetzungsgeschichte. So wie bei uns, da gibt es auch Fortsetzungsgeschichten, allerdings weniger spiritueller Natur. Die  Lindenstraße…

Ich habe sie mir auch zweimal angeguckt. Es gibt eine übergeordnete Geschichte, die Menschen lernen langsam die Charaktere kennen, im Laufe der Jahre und Jahrzehnte und dann werden die auch älter und dann kommt mal jemand anders rein, es gibt Handlungsstränge und so ähnlich ist es auch hier. Wobei hier gibt es die verschiedenen Erzählebenen, da wird oft, wenn man irgend jemand sieht, jemand anders erzählt über Fragen und Antworten der Geschichte und dann von irgend jemand anders und dann trifft wieder jemand jemanden und dann gibt es noch eine Geschichte, es gibt bis zu fünf Erzählebenen in der Mahabharata. Aber es ist immer so, dass es ausreichend ist, dass man an einem Abend ein Thema hat, das faszinierend ist, und dass aber ausreichend Spannung ist, dass man am nächsten Abend noch mal kommen will. Und was fasziniert Menschen am meisten heute wir früher? Liebesgeschichte und Gewalt. Das ist heute so wie früher, das ist der Grund weshalb die Itihasas jede Menge Liebesgeschichten und Krieg und Gewalt haben, sonst hätten die Menschen nicht zugehört. Und inmitten all dieser Geschichten, dort ist dann die Wahrheit und die Weisheit drin eingewickelt. Auch die sind nach klassischer Chronologie zu Beginn des Kali Yugas geschrieben worden, also auch Itihasas und Puranas, also  3000 vor Christus. Westliche Orientalistik nimmt an zwischen 800 vor Christus und 500 nach Christus, wobei Bhagavad Gita und Mahabharata zum älteren Teil gehört, von denen es heißt zwischen 800 und 500 vor Christus.

ENDE

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Besondere Bedeutung von Yoga

Swami SivanandaIn den Veden, der letzte Teil der Veden hat für das Yoga eine besondere Bedeutung, und zwar sind das die Upanishaden. Also die Upanishaden sind ein Teil der Veden, das ist der philosophische Teil der Veden.

Die Smritis sind dann, man kann sagen, Gesetzestexte, Regeltexte. So ähnlich wie auch im Alten Testament ist ein ganzes Buch gewidmet, was soll man machen, was soll man nicht machen und zwar recht detailliert. Und so ähnlich auch bei den Smritis stehen da nicht bloß Verhaltenskodexe drin. Da steht auch die Sache mit den vier Ashramas drin, da steht die Sache mit den vier Wünschen, da stehen dann…, Die ältesten Smritis zeugen von einer hohen Intelligenz wie man jetzt hohe spirituelle Weisheiten umsetzen kann in konkrete Handlung. Wie kann eine Gesellschaft zusammenleben, die versucht, nach hohen spirituellen Werten zu leben. Und dann im Laufe der Zeit haben sie immer mehr Smritis dazugesellt, dazu gebastelt, bis es sehr konkret wurde. Und dazu gehören dann auch die Ursprünge des Kastenwesens, dazu gehören dann verschiedene Regeln, an welchem Tag, welcher Mondphase man sich die Haare schneiden kann, oder wann man sich nicht die Haare schneiden sollte, zu welchen Tagen ihrer Periode die Frau Geschlechtsverkehr haben darf und wann nicht, und was Kinder für Pflichten gegenüber den Eltern haben, die Eltern gegenüber den Großeltern usw. Und schließlich ist das ziemlich detailliert geworden. Allerdings die Kastenlosigkeit gibt es in den Smritis nicht. Das hat Gandhi immer gesagt, dass, wenn wir alle alten Schriften anerkennen, finden wir keine Begründung für die ganzen Auswüchse und Missbräuche vom Kastensystem, Kastenlosigkeit usw. Und Swami Sivananda hat gesagt, wir bräuchten einen neuen Manu, einen neuen Gesetzesgeber, der neue Smritis entwickelt. Das heißt, göttliche Spiritualität im übertragenden Sinne, besteht aus Srutis und Smritis. Die Veden werden auch als Srutis bezeichnet, Srutis heißt: Offenbart und ewig gültig. Smriti ist die Überlieferung und modern ausgedrückt ist es etwas, was sich an die soziologische, kulturelle und ökonomische Situation der Zeit immer anpassen muss. Hier kann man auch sehen in den Smritis, das hat sich im Laufe der Zeit fortentwickelt und irgendwann ist es starrer geworden, und zwar ist es dann starrer geworden, als Indien ständig unter Fremdherrschaft war. Indien war durch seinen immensen Reichtum, den es immer hatte, wir vergessen immer, dass bis im 17. Jahrhundert Indien die höchste Lebensqualität hatte und den höchsten materiellen Reichtum auf der ganzen Welt.

In Indien gab es bis Ende des 17. Jahrhunderts keine Hungersnöte. In Europa ist noch im 19. Jahrhundert ein Viertel der Bevölkerung, Irland, an Hunger gestorben; das vergessen wir immer. Erst die Moslems und dann die Engländer und vor allem die Engländer haben systematisch die indische Wirtschaft ruiniert. Die haben ganz systematisch das indische Handwerk kaputt gemacht, den indischen Handel zerstört und ruiniert, sie wollten Absatzmärkte finden für ihre Produkte, die sie durch die industrielle Revolution in Massen hergestellt haben. Im 17. Jahrhundert galt, als die Engländer langsam Indien eroberten, Indien als der Juwel des britischen Empires, denn es hatte einen sehr viel höheren Lebensstandard gehabt, einen sehr viel höheren Reichtum. Auch der Durchschnittsmensch hatte einen erheblich höheren Reichtum als in England. Aber 200 bis 300 Jahre englische Fremdherrschaft hat aus dem reichsten Land der Erde eines der ärmsten Länder der Erde gemacht, das sich aber in den letzten fünfzig Jahren, seit der Unabhängigkeit, ziemlich bekrabbelt hat.

Leute fragen, wenn die indische Kultur so toll ist, warum hungern die? Die waren 700 Jahre unter Fremdherrschaft gewesen, darunter 300 Jahre unter Kolonialismus. Man fragt auch, warum sind die Afrikaner so ein großes Problem? Kolonialismus. Angenommen, wir würden jetzt hier Kunststaaten bilden und da würde zum Beispiel irgendwie ein Drittel von Frankreich, ein Viertel von Deutschland und ein bisschen von Holland dazugehören, das sei dann ein Staat. Und dann mit einem anderen Staat, der woanders ist, und nachher wundert man sich, dass die Leute kein gescheites Nationalgefühl dort entwickeln. Alte Stammestraditionen, alte Volksstammesgrenzen und Sprachgrenzen, Kulturgrenzen wurden nicht beachtet. Die Europäer haben irgendwo eine Konferenz gehabt und anhand diesen und jenen Breitengraden haben sie sich Afrika aufgeteilt, die gewachsene Kultur zerstört, die Händlerkaste vernichtet, denn die waren ja nicht daran interessiert, dass die eigenen Händlerkasten dort irgendetwas machen konnten, sie wollten ja ihre Produkte exportieren und haben dann innerhalb von kürzester Zeit die dortige Kultur in Probleme gebracht. Muss man immer bewusst sein, wenn wir anfangen zu urteilen über andere Kulturen, dass einen großen Teil des Elends die Europäer über diese Welt gebracht haben.

– Fortsetzung folgt –

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Die Veden – Offenbarte Wahrheiten, ohne Anfang und ohne Ende

1aqrDie Veden – klassische heilige Schriften

Gut, also ich will kurz über die Schriften sprechen. Es gibt vier klassische Schriften, die sogenannten Veden, die Smritis, die Puranas, die Itihasas.

Die Veden sind die ältesten Schriften, sie gelten als die wichtigsten. Veda heißt wörtlich: Wissen. Die Veden sind die ewigen Wahrheiten, die Gott den großen alten Rishis Indiens offenbart hat. Das Wort Rishi heißt Seher und kommt von Dris, sehen. Er ist der Mantra Drashta, der Seher eines Mantras oder Gedankens. Der Gedanke stammte nicht von ihm. Die Rishis sahen oder hörten die Wahrheiten. Deshalb sind die Veden das Gehörte – ‘Shruti’. Der Rishi schrieb nicht. Er schuf nicht aus seinem Geist. Er sah den Gedanken, der schon da war. Er war nur der spirituelle Entdecker des Gedankens. Er ist nicht der Erfinder der Veden. Die Shrutis heißen Veden oder Amnaya. Die Hindus empfingen ihre Religion durch Offenbarung, durch die Veden. Sie sind direkte intuitive Offenbarungen und gelten als Paurusheya, vollständig übermenschlich, ohne spezifischen Autor. In diesem Sinn sind die Veden ewig. Die Veden sind ewige spirituelle Wahrheiten. Die Veden sind die Verkörperung göttlichen Wissens. Bücher können vernichtet werden, aber das Wissen kann nicht vernichtet werden. Wissen ist ewig. Die Veden flossen aus dem Atem Gottes. Sie sind ohne Anfang und ohne Ende.

Der Veda ist in vier große Bücher unterteilt: Rig Veda, Yajur Veda, Sama Veda und Atharva Veda. Der Yajur Veda hat wieder zwei Teile, Sukla und Krishna. Krishna oder Taittiriya ist das ältere Buch und Sukla oder Vajasaneya ist die spätere Enthüllung an den Weisen Yajnavalkya vom strahlenden Sonnengott, aber das will ich jetzt nicht aufschreiben, das ist vielleicht doch zu viel Sanskrit. Die Veden bestehen aus verschiedenen Teilen. Die Veden sind kein systematisch Buch, sondern eigentlich sind sie Sammlungen. Da gab es eine ganze Reihe von Rishis, sieben Hauptrishis, Brahmarishis, auch Sadhkarishi genannt und einige Dutzend nicht ganz so wichtige Rishis, denen sind die Schriften enthüllt worden, die haben das den Schülern beigebracht und die Schüler haben dann das Wissen dieses Rishis immer weiter gegeben mündlich. Übrigens mündliche Tradition nicht ungenauer ist als schriftliche Tradition, wird heute allgemein akzeptiert. Im Gegenteil, rein schriftliche Tradition ist oft erheblich ungenauer, währenddessen reinmündliche Traditionen, kann man feststellen, dass in den verschiedenen Religionen, wenn sie wirklich die Schrift etwas sehr wertvolles und selbst der Buchstabe wichtig ist, dann sind die überall gleich. Und über Jahrhunderte bleiben sie gleich. Wenn sie irgendwann aufgeschrieben werden und dann die Sache verschollen ist und die Sachen nach Hunderten von Jahren weitergegeben werden, bleibt die Schrift bis auf das i-Tüpfelchen gleich. Also dürfen und sollten wir nicht unterschätzen, wie genau eine mündliche Weitergabe sein kann. Und dann  nach klassischer, indischer Chronologie um 3 500 vor Christus, vor Beginn des Kali Yugas, kam dann einer Namens  Jaka. Und der Jaka soll dann diese ganzen Traditionen gesammelt haben, sie eingeteilt haben in vier Bücher, in die vier Vedas und jedes dieser Bücher in vier verschiedene Hauptkapitel eingeteilt haben, und so die heutige Version der Veden erzeugt haben. Er hat sie also nicht geschrieben, sondern gesammelt. Also von den klassischen Schriften, kann man sagen, wird der größte Teil der Schriften dem Jaka zugeschrieben. Es gibt natürlich westliche Orientalisten, die sagen, das kann unmöglich sein, dass ein Mann das alles gemacht hat, Jaka sei ein Sammelname für eine ganze Menge von Menschen, die als Sammler der Tradition tätig waren. Das hat die westliche Orientalistik gemeint. Die westliche Orientalistik nimmt auch nicht an, dass die Schriften so alt sind, sondern sie nimmt an, dass die Schriften zwischen 1 500 und 800 vor Christus schrittweise niedergeschrieben wurden. Es gibt keine älteren archäologischen Zeugnisse dieser Schriften, allerdings die Induskultur, die mindesten 6 000 Jahre alt ist, hat eine Schrift gehabt, aber man kann sie bis heute nicht entziffern. Es ist eine eigenartige Geschichte, ich denke, das müsste man doch inzwischen schaffen. Also bis heute ist die Induskultur, die Schrift nicht entziffert worden. Vielleicht findet man noch Überreste aus den Veden in diesen alten Inschriften. Es gibt nämlich ein paar Indizien, die zeigen, dass mindestens das, was beschrieben wird, aus einer früheren Zeit ist, also nicht 1 500, 800 vor Christus, sondern älter. Und zwar hat sich jemand die Mühe gemacht, die genauen planetaren Konstellationen, die in den Veden sehr detailliert beschrieben werden, im Verhältnis zu den verschiedenen anderen Sternen ins Verhältnis zu setzen und ist dann zu dem Schluss gekommen, dass um 3 500 vor Christus diese Konstellationen waren, und nicht so wie heute, denn den Sternenhimmel, den wir hier sehen, ist nicht der gleiche wie vor 2 000 Jahren und erst recht nicht der gleiche wie vor 4 000 Jahren oder 6 000 Jahren. So aller 25 000 und ein paar zerquetschte dreht sich praktisch durch die Neigung der Erde,  dreht sich der gesamte Sternenhimmel um 360° von unseren Standpunkt aus. Wen das euch interessierst, müsstet ihr euch damit ein bisschen beschäftigen.

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– Fortsetzung folgt –

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Alles ist Brahman

swami s14Ein Meister, der auf dieser Ebene Padarthabhavani – sieht Brahman überall ist oder der länger auf dieser Ebene verbracht hat, der kümmert sich darum, dass auch alle organisatorischen Weisen, die dort im Ashram sind, im Einklang mit den spirituellen Konflikten sind. Der Meisteri verweilt fast ausschließlich in Brahman, in Samadhi, im höchsten Bewusstsein und sieht alles als Brahman. Ein wenig Karma ist noch zu erfüllen. Wenn er dieses erfüllt hat, folgt: Turiya – Zustand der Befreiung.

Und in Turya hört der Meister ganz auf zu handeln, er hört sogar auf zu atmen, es hört auf, sein Herz zu schlagen, das Karma ist zu Ende; in diesem Zustand kann er sein zwischen drei Sekunden und drei Wochen und dann verlässt er den physischen Körper, der physische Körper wird aufgelöst, der Astralkörper auch, der Kausalkörper auch, er verschmilzt mit dem Höchsten, es gibt keine Persönlichkeit mehr, aber die Gestalt des Lehrers, die Gedanken des Lehrers werden zu einem reinen Gefäß, sodass man also weiter zu diesem Meister beten kann, Hingabe üben kann; er existiert zwar nicht mehr als Person, aber als Manifestation des Göttlichen, die einem weiter helfen kann, Visionen finden kann, leiten kann und führen kann.

– Fortsetzung folgt –

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Identifikation mit Körper und Geist lösen

swami sivananda45In Padarthabhavani hört das Prarabdha karma immer mehr auf und das Doppelbewusstsein, wenn wir eine Waage nehmen, erhöhen sich beide Seiten, da vermischt sich einfach eins mit allem und die spezielle Identifikation mit dem einen Körper und dem Geist wird sehr wenig. Und das führt so weit, dass der Weise nur handelt, wenn er darum gebeten wird. Wenn man ihn nicht stets darum bittet, tut er auch nichts, so weit, im Extremfall, dass er auch nichts isst, wenn man ihn nicht füttert. Anandamayi Ma zum Beispiel, wenn jemand ihr nichts zu essen gegeben hat, dann hat sie einfach nichts gegesssen; ein paar Tage, Wochen, es heißt von ihr sogar, dass sie ein halbes bis ein Jahr ganz ohne Nahrung ausgekommen ist. Aber solang noch etwas Prarabdha Karma da ist, wird der Weise nicht sterben. Ich würde es nicht nachmachen, wenn ihr hier auf Subecha, Vicharana seid, wenn ihr meint, dass ihr nächstes Mal eine Vision habt, dass ihr nichts mehr essen sollt, stellt diese Vision in Frage. Ich kannte mal jemanden, die innerlich so eine Vision gesehen hat, sie sollte nicht mehr essen und deshalb gestorben ist, sie hat sich selbst verhungert.

Zuhörerin: Ob das Durchschreiten der einzelnen Stufen obligatorisch ist oder ob man auch überspringen kann?

Es geht nur dann, wenn man im früheren Leben schon so weit gewesen ist. Also man kann es nicht wirklich überschreiten, aber manchmal, bei manchen Meistern geht es sehr schnell. Also zum Beispiel, bei dem Ramana Maharishi war es so, da war schon die Subecha Ebene da. Eines Tages hatte er die Vorstellung gehabt, er stirbt und wollte es erfahren und da war er gleich auf Padarthabhavani Ebene, Ramana Maharishi hat Samadhi erreicht, ohne weitere Vorbereitungen, aber deshalb, weil er das andere in seinem früheren Leben gemacht hat.

Gut, auf Padarthabhavani ist der Weise nur ein paar Tage oder Wochen, aber es gibt eben auch manche, bei denen heißt es, es sollen mehrere Jahre gewesen sein. Auch bei Ramana Maharshi heißt es auch, dass er wenig Prarabdha karma hatte und er auch wenig getan hatte…, also wenn man ihn um etwas gebeten hat, dass er dieses oder jenes machen sollte, hat er das auch gemacht. Einer wie Swami Sivananda, der war lange auf dieser Ebene, der hat selbst das Management im Ashram in die Hand genommen, der hat selbst seine Schüler ausgebildet, er hat selbst Bücher geschrieben und hat dann eben sehr systematisch ein System auch entwickelt. Bei Ramana Maharshi, da wurde ein Ashram um ihn herum gebaut, er musste das nur erlauben, er hat keine Bücher geschrieben, aus seinen Vorträgen hat man Bücher geschrieben, er hat seine Schüler nicht systematisch ausgebildet, man hat sich nur hingesetzt und die haben eben meditiert. Weshalb übrigens im Ashram von Ramana Maharshi die Kastentrennung voll erhalten blieb. Währenddessen im Sivananda Ashram der Swami Sivananda von Anfang an keine Kasten trennte.

– Fortsetzung folgt –

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Übernatürliche Kräfte von Swami Sivananda

swami sivanand33Swami Vishnu hat einmal erzählt, kurz nachdem er im Ashram war und sich dort niedergelassen hatte und dort auch sehr intensiv geübt hatte, praktiziert hatte, Karma Yoga gemacht hatte, dann hatte Swami Sivananda die Yoga Vedanta Forest Academy aufgemacht, das ist ein spiritueller Ashram, und dort, hatte Swami Sivananda alle seine Schüler zu Professoren ernannt. Er hatte zu Swami Vishnu gesagt: Du bist jetzt der Hatha Yoga Professor. Swami Vishnu hatte gesagt: Ich kann das gar nicht. Ich bin ja erst ein paar Monate hier und ich bin hierher gekommen, um zu lernen!

Swami Sivanada berührte ihn daraufhin auf seine Stirn und Swami Vishnu hatte eine Vision, …alles was er in diesem Moment in seiner Vision gesehen hat war überwältigend. Man sollte die Vision durchaus auch anschließend überprüfen. Es gibt manche Menschen, die haben auch Visionen und da kommen dann sehr eigenartige Geschichten heraus. Wenn man so etwas hat, anschließend kann man es prüfen anhand der Schriften und anhand anderer großer Lehrer. Die große Gefahr liegt jetzt bei Sattwapati, dass wir uns identifizieren mit den Siddhis und dass wir uns identifizieren mit der Vorstellung, dass wir die Welt retten müssen.

In Tanumanasa, hier ist er schon ein ganz großer Meister. Aber man kann oft beobachten, dass Meister auf der Ebene denken, dass sie die Welt retten müssen und dass sie der Retter des Zeitalters sind und den Schülern sagen und die setzen sich dagegen nicht zur Wehr.   Wenn Schüler das Gefühl haben, sie sind dazu da, um diesem Meister zu helfen, die Welt zu retten, das motiviert sie.

In dem Moment, wo wir Asamshatki erreicht haben, verbrennen wir das Agami Karma und das Sanchita Karma – erinnert ihr euch noch daran? Also, dadurch, dass keine Identikation mehr da ist, schaffen wir auch kein neues Karma mehr, denn wie wird Karma geschaffen? Wir identifizieren uns mit den Handlungen und handeln aus den eigenen Wünschen heraus. Und wenn wir nicht mehr aus egoistischen Wünschen heraus handeln und uns nicht mehr identifizieren, schaffen wir kein Karma. Wenn wir also aufgewacht sind, die Einheit mit dem Höchsten vollständig erfahren haben, selbst wenn wir dann zurückkehren als sogenannte Jivamuktas, persönlich Befreite, dann identifizieren uns niemals mehr vollständig. Und wenn wir handeln, handeln wir nicht mehr aus dem Ego heraus und nicht mehr aus Wünschen heraus und es gibt nichts mehr zu erreichen. Wir bilden uns nicht mehr ein, dass diese Person, dieser Körper oder dieser Geist irgendetwas Besonderes ist und daher schaffen wir kein neues Karma. Wir haben auch eigentlich keine Lektionen mehr zu lernen, daher ist auch das Sanchita karma verbrannt, also auch der Speicher des Karmas ist verbrannt. Nur eines geht weiter, das ist das sogenannte Prarabdakarma, also das Karma, das wir jetzt erfahren und auch das wird Prarabdakarma, das schon angefangen hat zu keimen, das muss noch weitergehen und das muss abgearbeitet werden. Laut Asamshakti ist sich der Weise sehr bewusst und er arbeitet Prarabda karma ganz bewusst ab. Er hat das Doppelbewusstsein, er sieht die Welt, so wie sie ist, er sieht gleichzeitig Brahman, so ähnlich wie jemand, der erkannt hat, dass eine Statue in einem Garten ein Hund ist, der kann schon sehen, dass der Hund im Garten eine Statue ist, der sieht zwar auch den Hund, aber er hat keine Angst davor. Er könnte aber, wenn dort Kinder vorbeigehen und  denken, das sei ein Hund, kann er mit denen sprechen und kann denen Geschichten erzählen über den Hund. Aber er weiß, dies ist kein Hund. So ähnlich auch wie ein Elternteil kann mit den Kindern spielen, dass das Kind manchmal  die Teddybären und die Puppen und die Plastikdinge sind real existierend und lebendig und die Eltern können damit spielen und ihr Kind damit erfreuen, aber sie wissen, es ist nur Plastik oder Plüsch. Und so ähnlich auch ein Weiser auf der Ebene, der Weise hat diese Aufgabe, er wird handeln, aber er weiß, es ist letztlich alles Lila, kosmisches Spiel.

– Fortsetzung folgt –

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Reiner Geist und die Unterscheidung

abc40Tanumanasa, der niedere Geist ist ausgedünnt, wir wollen das, was gut für uns ist, die Intuition erwacht. Auf Vicharana muss man sehr vorsichtig sein mit diesen Intuitionen, da kommt eine Intuition und eigentlich ist es eine Emotion, der niedere Geist kleidet sich dann manchmal in etwas vornehmere Hüllen. Dann spielt die Unterscheidungskraft eine sehr große Rolle. Wir müssen unterscheiden, wenn wir uns zu jemanden hingezogen fühlen, also zu unserem großen Lehrer, dann müssen wir erst einmal stoppen und schauen, ist der ein sattwiger Lehrer. Wenn wir irgendwie eine richtige Entscheidung in unserem Leben treffen wollen, dann müssen wir sagen stopp, ist das wirklich eine eine Intuition oder ist es jetzt ganz einfach Faulheit, rennen wir vor etwas davon oder ist es wirklich etwas, was tief von innen kommt. Das ist nicht immer so leicht zu entscheiden. Auf Tanumanasa können wir unserer Intuition mehr vertrauen. Auf Tanumanasa wird man hauptsächlich geleitet durch Intuition. Und auf Tanumanasa erreichen wir auch die Tiefe der Meditation, wir erreichen Dhyana, zwar noch nicht Samadhi, aber Dhyana, wir erfahren also schon Wonne in der Meditation und deshalb haben die normal sinnlichen Dinge auf uns wenig Anziehungskraft. Wir machen sie zwar noch und genießen sie als Manifestation des Göttlichen, aber zu meditieren ist schöner als jedes Festessen, das man haben kann. Und sich hinzusetzen zur Meditation, ist schöner als im schönsten Palast zu leben. Das ist unser Zustand auf Tanumanasa, das natürlich für Liebe zu anderen steht und wir wollen anderen helfen, dienen, es geschieht sehr viel von selbst. So ein bisschen was haben vielleicht einige der hier Anwesenden schon mal erfahren, es gibt so etwas, das nennt sich spiritual honeymoon, so hat es Swami Vishnu genannt. Spiritual honeymoon – spirituelle Hochzeitsreise, also es fängt an und plötzlich geht alles sehr leicht. Es fällt alles ab, man will nur noch Yoga machen, man will meditieren und man denkt, man  ist längst über alle Niederungen des Daseins hinausgewachsen und wenn man jemand sieht, dann ist so ein natürliches Gefühl der Liebe und der Energie da, man will einfach nur stundenlang meditieren, Mantras singen und Asanas und Pranayama machen, das Schlafbedürfnis ist reduziert, es ist so wunderschön. Wer hat schon einmal so etwas Ähnliches erfahren?  Einige, doch nicht so viele. Einige von euch werden es vielleicht am Ende des Kurses oder danach erfahren. Manchmal dauert das ein bisschen, manchmal ist es recht kurz, aber in den meisten Fällen, wenn es erstmalig ist, ist es nur vorübergehend, es ist so wie verliebt sein das wie eine Gnade sein kann.  In diesem Zustand des „verliebt sein“ in das Göttliche haben wir unsere wahre Natur noch nicht ganz transzendiert und dann kommen wir irgendwann wieder runter. Am meisten kommen wir runter wodurch? Durch das Ego. Man sagt: Ich bin schon darüber hinausgewachsen. Ich brauche das nicht. In dem Moment, wo wir uns identifizieren, dann irgendwann fährt das Schicksal mit seiner Nadel in unseren aufgeblasenen Ballon und dann liegen wir vor unserem Scherbenhaufen. Gut, manche Menschen hören dann auf, aber die meisten machen weiter wenn sie so eine Erfahrung hatten, bekrabbeln sich dann wieder und dann geht man systematisch auf Vicharana. Es ist gut, das zu verstehen, dass man weiß, dass man nicht da gefallen ist, sondern man in Beständigkeit ist und kleine Schritte voranschreitet, und jetzt muss man systematisch dran arbeiten. Gut, wenn es uns dann irgendwann gelingt von unserem Ego, von unserem spirituellen sattwigen Ego nicht so stark behaftet zu sein, uns nichts einzubilden darauf, wenn wir gut meditieren können, wenn wir von Natur aus Liebe und Vergebung zeigen, wenn wir uns als Instrument des Göttlichen ansehen, dann kommen wir zur nächsten Stufe: Sattwapati, das Erlangen von Reinheit. Hier erreichen wir Savivikalpasamadhi, das ist Samadhi mit Dualität. Sarivikalpasamadhi heißt ja verschmelzen mit dem Objekt unserer Meditation, aber noch nicht mit dem Absoluten. Wenn wir zum Beispiel Om Namah Shivaya wiederholen, auf der Ebene von Dharana sind wir konzentriert auf Dhyana sind wir absorbiert und es ist einfach schön, und auf der Ebene von Savikalpa samadhi hört die Mantrawiederholung vollständig auf und wir sind in der Essenz dieses Mantras und haben das wunderschöne Gefühl, diesen wunderschönen überbewussten Zustand. Aber es ist noch ein Gefühl da, die Erfahrung ist, noch nicht die Verschmelzung mit allem. Und auf dieser Ebene sind wir praktisch auch auf der Ebene der Kausalwelt und jetzt haben wir die sogenannten Siddhis

Man kann es auch Samprajnata Samadhi nennen, das sind identische Ausdrücke. Es gibt im Yoga sehr viele verschiedene Worte. Immer das, was einem besonders wichtig ist, dafür gibt es viele Worte. Gut, da entstehen dann also die Siddhis, das sind diese übernatürlichen Kräfte. Fast über jeden Meister wird berichtet, dass er bestimmte Fähigkeiten hat. Auch über Swami Sivananda ist da so einiges bekannt.

– Fortsetzung folgt –

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Die Bhumikas, Wiederholung und Ausbau

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Also Subecha haben wir gestern behandelt, Verlangen nach Wahrheit. Die nächste Stufe ist Vicharana, die rechte Suche, es ist nicht nur einfach einer, der sucht, sondern ein Schüler, ein Schüler ist einer, der bereit ist sich zu schulen, daher kommt der Ausdruck Schüler. Es ist ein Anhänger – die meisten haben einen Anhänger, so ein Anhängsel, die hängen nur an, allerdings schulen sie sich nicht – ein Schüler ist jemand, der bereit ist, sich zu schulen, auf Englisch heißt das genauso, he is a discipel. Woher kommt discipel. Von Disziplin. Er unterwirft sich einer gewissen Disziplin.

Vicharana ist die Hauptfragestellung im Leben: Was führt mich mehr zur Wahrheit und wie kann ich mehr zur Wahrheit kommen? Hier ist also die Psychologie eine andere als für die meisten Menschen, die nur überlegen, wie kann ich mehr für mich kriegen, wie kann ich meine Wünsche befriedigen usw., während ein Mensch auf Vicharana überlegt, was hilft mir mehr zur Wahrheit zu kommen. Und bei allen wichtigen Entscheidungen ist diese Frage: Was davon hilft mir mehr zur Wahrheit zu kommen? Und das ist nicht, dass man immer entsagt und rausgeht aus dem weltlichen Leben, es kann sein, es hilft mir am meisten, wenn ich diesen oder jenen Beruf ergreife um mich weiter auszubilden das mir hilft für meine Persönlichkeitsentfaltung und spirituellen Weg um anderen Menschen zu helfen, das gibt eine gewisse Befriedigung und finanzielle Sicherheit, es gibt mir die Gelegenheit, meine Persönlichkeit zu entwickeln, es hilft mir, Gott zu dienen, es gibt mir innere Freiheit. Es spielt eine Rolle bei der Partnerwahl, es spielt eine Rolle bei der Freizeit. Jemand auf Vicharana, der morgens aufwacht und sich vorgenommen hat, jeden Morgen zu meditieren und er wacht morgens müde auf, was wird der machen? Meditieren. Vielleicht kalt duschen, vielleicht ein paar Runden Kapalabhati machen, er wird aber meditieren. Jemand auf Subecha, der überlegt: Na es wäre doch mal ganz gut zu meditieren. Und er wacht morgens auf und er ist ein bisschen müde, der schläft weiter und sagt: Meditieren, das kann ich auch morgen oder übermorgen oder nächste Woche machen. Auf Vicharana ist der Wunsch nach Befreiung stark genug geworden, dass wir bereit sind, was zu tun. Und das Schöne auf Vicharana: Wir haben auch eine Perspektive. Wir wissen, es gibt so etwas wie Befreiung und wir haben auch einen Weg dazu gefunden, diesen Weg gehe ich. Klassischerweise auf Vicharana findet man dort einen Lehrer, der einen auch führen kann und lenken kann. Wobei es da auch verschiedene Traditionen gibt. Es gibt solche Schüler wie Swami Vishnu, der findet einen Lehrer und bei dem bleibt er, nicht sein ganzes Leben, denn er ging dann nach Amerika, aber er ist zwölf Jahre bei einem Lehrer gewesen, bei Swami Sivananda. Es gibt andere Lehrer, die hatten durchaus verschiedene Lehrer, z.B. Sivananda selbst. Einige Lektionen hat Swami Sivananda von seinem Vater gelernt, eine andere von diesem Kampfkunstlehrer, von einem anderen lernte er noch ein bisschen Hatha Yoga; er hatte also verschiedene Lehrer. Und als er in Malaysia war, gab es diesen alten Wandermönch, der ihm Vedanta beigebracht hat. Und dann ging er nach Indien und dort fand er – eigentlich muss man sagen, nachdem er schon zwölf Jahre bewusst auf der Suche gewesen ist – fand er seinen eigentlichen Diksha Guru, das heißt Einweihungsguru, der ihm dann die Einweihung zum Swami gegeben hat. Und anschließend hat er ihn aber nicht sehr lange gesehen, anschließend hatte er noch den Swami VishnuDevananda von dem lernte er noch verschiedene andere Sachen und von jemand anders lernte er noch weitere Pranayama Übungen. Er hatte also einen Lehrer, den er hauptsächlich verehrte, nämlich den Diksha Guru und verschiedene andere Lehrer, von denen er auch lernte. Es gibt also durchaus verschiedene Möglichkeiten. Aber wir sind demütig genug, von jemandem etwas zu lernen. Nur auf Subecha gibt es die dickschädeligen Aspiranten, die denken, ich bin mir selbst Sucher genug. Die machen dann hundert Fehler bevor sie wirklich auf Vicharana hingehen. Dabei müssen wir auch aufpassen, wen wir als unseren Lehrer nehmen, darüber haben wir gestern schon viel gesprochen. Hier auf der Ebene von Vicharana findet auch dieser Kampf der Asuras gegen die Devas statt, den man in der Mythologie immer findet, die Engel gegen die Dämonen, es ist nämlich nicht so, dass es uns immer leicht fällt, das Richtige zu machen, das Gute zu tun, sondern wir haben all diese alten Wünsche und Bedürfnisse und wir haben die alten Neurosen und Frustrationen und Negativitäten, wir wissen aber auch, was wir anders machen wollen. So Schritt für Schritt machen wir das in Disziplin und kommen dann irgendwann zu Tanumanasa. Und Tanumanasa heißt: Ausdünnen des Geistes, das heißt, durch die dauernde Disziplin ist der niedere Geist langsam transformiert und jetzt wollen wir das, was gut für uns ist. Das ist natürlich – im Kleinen haben es ja viele von euch schon erlebt. Z.B vegetarische und vegane Ernährung und jetzt schmeckt sie einem. Extremer für manche vielleicht, die vorher Fleisch usw. gegessen haben, schmeckt vielleicht am Anfang das vegetarische vegane Essen nicht so, dann, nach einer Weile oder velleicht gleich, ist Fleisch ekelerregend für euch, es ist keine Versuchung mehr da, auch aus ethischen Gründen der Mitgeschöpfen gegenüber.

– Fortsetzung folgt –

Dies ist Teil 26 einer unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines Vortrags mit Sukadev Bretz im Rahmen einer Ausbildung bei Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für genauere Erklärungen der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterführende Links:

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Volles Bewusstsein und unberührt sein

swami s1In Asamshakti ist es so, dass der Meister noch Prahabdha Karma in größerer Menge zu erfüllen hat. In Nirvikalpa Samadhi weiß er, dass er eins ist mit dem Unendlichen, daher macht er keine Handlung mehr mit Ego, er weiß, dass Körper und Geist nur Teil des kosmischen Organismus sind, und er stellt sich vollständig in den Dienst Gottes, daher gibt es kein Asamshakti Karma mehr, er schafft kein neues mehr, auch das Sanchitta Karma wird verbrannt. Da er eigentlich nichts mehr zu lernen hat, bedeutet das Karma, das noch nicht angefangen hat, Früchte zu tragen, ist verbrannt, aber es gibt Prahabdha Karma, das dann angefangen hat zu keimen und dieses Prahabdha Karma muss er noch ernten und in Asamshakti nimmt er dieses Karma bewusst an und von außen gesehen, erscheint es so, als ob er so handelt wie alle anderen auch. Er denkt logisch, er trifft Entscheidungen, er ist natürlich auch von der Intuition geleitet, aber er kann genauso all das tun, was jeder andere auch macht, nur er ist jetzt in dem vollständigen Bewusstsein, er macht nicht’s selbst, daher: durch nichts berührt. Es entsteht das, was man bezeichnet als Doppelbewusstsein. Er sieht zum einen die Welt als Einheit, zum anderen sieht er aber auch die Welt so, wie wir sie auch sehen in der materiellen Ebene, er sieht dann auch noch die Zwischenebenen, Astralwelten usw., also er hat einen vielfältigen Blickwinkel gleichzeitig. Es bleibt auch noch ein ganz sattwiges Ego übrig, wenn er nicht eine gewisse Identifikation auch mit diesem Körper hätte, warum würde man dann diese Hand mehr bewegen als die Hand von jemand anderem, wenn alles meine Körper sind. Obgleich er weiß, dass alles eins ist, hat er dennoch eine besondere Beziehung zu diesem Körper und diesem Geist und kann deshalb Karma ausarbeiten. Aber wenn man Nirvikalpa Samadhi vollständig erreicht hat, dann heißt es, kann man nicht mehr fallen. Das Karma hat sich aufgelöst. Das Ego ist nicht mehr so, dass es etwas tun kann, was in die Dualität führt.

Padarthabhavani ist dieses Doppelbewusstsein eindeutig verschoben in die Richtung, dass er immer nur Brahman sieht und das Karma ist nahezu ausgearbeitet und der Meister, die Meisterin handelt nur noch, wenn sie von außen aufgefordert wird, trifft keine Entscheidungen mehr: Das muss geschehen, das muss nicht geschehen, sondern wenn ihn jemand auffordert zu sprechen, dann spricht er, wenn niemand auffordert, dann schweigt er. Es geht sogar so weit oder es kann so weit gehen, dass, wenn ihm niemand was zu essen gibt, dann isst er nicht. Und solange das Karma noch da ist, dass der Körper da sein soll, dann überlebt der Körper, selbst ohne Essen. Es gibt solche Phänomene. Im Normalfall wird das Karma dafür sorgen, dass der Mensch auch etwas zu essen kriegt usw.

Und irgendwann hört auch dieses letzte Karma auf und dann folgt Turya, immerwährender Samadhi und innerhalb von drei Minuten und drei Wochen fällt dann der physische Körper ab und der Meister verlässt den physischen Körper, verlässt den Astralkörper, den Kausalkörper und verschmilzt mit Brahman. Das also als Wiederholung der oberen Stufen.

Zusammenfassend: Es gibt verschiedene Weisen, wie man die Stufen des spirituellen Weges beschreiben kann. Hier habt ihr eine Sieben-Stufen-Lehre kennen gelernt: Es gibt auch noch andere. Die Hauptstufen sind:

  1. Der erwachte Wunsch nach Befreiung.
  2. Man praktiziert systematisch und sorgt dafür, dass wir auf dem Weg vorankommen, dass unsere Psyche transformiert wird, dass wir unser Karma ausarbeiten, wir Energie ansammeln – das führt zu
  3. Tanumanasa, zum Ausdünnen des Geistes, sodass wir wollen, was gut für uns ist, die Meditation tief wird, wir Freude erfahren bei dem, was gut ist für uns wie auch für andere. Wenn wir dort der Gefahr des spirituellen Weges, des spirituellen Egos begegnen, kommen wir zu
  4.  Sattwapati, Erlangen von Reinheit, Savikalpa Samadhi, wo die Siddhis eine Versuchung darstellen. Widerstehen wir dieser Versuchung, kommen wir zu
  5. Nirvikalpa Samadhi, der Selbstverwirklichung. Von da an läuft das Karma mehr oder weniger von selbst ab. In Asamshakti nehmen wir das Karma bewusst auf uns, handeln von außen gesehen fast so wie vorher, haben ein Doppelbewusstsein, sehen gleichzeitig Brahman und die Welt. Schließlich ist dieses Karma weitestgehend aufgebraucht.
  6.  Und gegen Ende des Lebens, diese Phase dauert normalerweise nur sehr kurz, auch wenn es Menschen gibt, die dort Jahre oder sogar Jahrzehnte drin sind. Das Normale ist, dass diese Phase nur sehr kurz ist, wenige Tage oder wenige Wochen. Tut der Mensch nichts mehr für sich selbst, sondern das Karma läuft noch ab.
  7. Schließlich hört das Karma ganz auf und der Yogi geht in Machasamadhi in großen Samadhi ein, vollständige Verschmelzung , dauerhaft

– Fortsetzung folgt –

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Siddhis – Übernatürliche Kräfte

swami-s23-750x604-300x242Diese Siddhis, von denen darf man sich nicht in Versuchung führen lassen, man darf sie insbesondere für egoistische Zwecke nicht benutzen. Und hier ist ein Paradox: Zum einen heißt es, man soll die Siddhis grundsätzlich nie verwenden, nie benutzen, als angehender Aspirant nicht, weil, wenn man sie benutzt, dann wird viel Prana, viel Energie ausgegeben und man verliert das wieder und als großer Meister auch nicht benutzen, weil es heißt, dass man doch wieder Ego hat, man denkt, ich selbst muss etwas tun, um die Welt zu verbessern, anstatt zu erkennen, dass Gott alles tut. Sivananda, wie auch alle großen Meister, sagen: Nicht ich habe das Wunder bewirkt, sondern Gottes Gnade.

Nicht jeder, der Siddhis hat, ist auf der Ebene von Sattwapati, man kann auch Siddhis haben, zum einen über spezielle Rituale und Mantras kann man Siddhis erwerben, man kann Siddhis erwerben eben über auch Devatas, Zugang zu Engelswesen oder irgendwelchen Astralwesen. Man kann Siddhis erwerben ganz einfach von der Geburt her, weil sie irgendetwas schon im früheren Leben gemacht haben und man kann es auch erlernen über sogenannte medizinische Kräuter. Patanjali hat das gesagt, das heißt irgendwelche Drogen, kann man auch außergewöhnliche Wahrnehmungen machen, bekommt andere Kräfte. Das ist am stärksten mit Vorsicht zu genießen, weil dabei der Astralkörper dauerhaft beschädigt werden kann. Und man kann es bekommen durch Tapas, durch Askeseübungen, beziehungsweise auch durch intensive Asanas und Pranayama, dort bekommt man Meisterschaft über das Prana und bei Meisterschaft des Prana kommen Siddhis. Das kann man also auch schon selbst dann bekommen, wenn man nicht einmal auf Subecha ist. Man kann all diese Techniken anwenden, um zu übernatürlichen Kräften zu kommen. Wenn ihr irgend jemand trefft und der hat übernatürliche Kräfte, heißt das noch lange nicht, dass er ein großer Meister ist. Zwar hat letztlich jeder Meister irgendwelche außergewöhnlichen Kräfte, die man irgendwie spürt, sie machen es nicht manifest, meistens, aber jemand, der die Kräfte hat, heißt nicht, dass er ein Meister ist. Wenn der Meister dieser Versuchung, diese Kräfte mit Ego zu benutzen, widersteht, dann kommt er irgendwann zu Asamshakti und Asamsakti, dort ist das Charakteristikum Nirvikalpa Samadhi. Sattwapati ist Sarvikalpa Samadhi, das heißt Samadhi noch mit Dualität. Und in Asamshakti ist Nirvikalpi Samadhi ohne Dualität. Da werden wir noch einmal darüber sprechen im Rahmen, wenn wir über die höheren Bewusstseinsstufen sprechen.

– Fortsetzung folgt –

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